Goodbye

 

So sitze ich nun frierend am Londoner Flughafen nach einem sehr unruhigen 10,5 h Flug. Das „normale“ Leben hat mich wieder und ich bin mehr als unglücklich darüber ☹. Doch vorher möchte ich euch noch über meine letzten zwei Tage im wunderschönen Rooiberg in Limpopo berichten. Wie ich schon erwähnte, hatte ich noch einige Meetings dort, die alle mehr als zufriedenstellend und vielversprechend ausgingen. Die Manager von Zebula, das ist das Golf- und Sparesort in dem unser Haus ist, habe ich sehr ins Herz geschlossen und es sind alle unglaublich liebe Menschen. Es ist schon erstaunlich, dass man sich in einem Land das am anderen Ende der Welt liegt so zu Hause fühlt.

An meinem letzten Abend war ich bereits sehr wehmütig und wollte eigentlich einen ruhigen gemütlichen Abend alleine verbringen. Ich machte mich um ca 19.00 Uhr auf zum Restaurant und habe mir bei einem sehr lauen Abend mit 35 Grad und einem Blitzschauspiel der Extraklasse mein Essen schmecken lassen. In der Gegend von den “Waterbergen“ gibt es Weltweit die meisten Blitzeinschläge. Es ist unglaublich schön dieses Naturschauspiel mitanzusehen. Danach gab es auch noch ein bisschen Regen 😊.

Ich wollte mich schon gemütlich zum nach Hause gehen aufmachen, als mich der Restaurantleiter Anthony, ein unglaublich toller und herzensguter Mensch, überredete doch noch zu „Dirk’s Place“ zu gehen, dort spielte nämlich eine Liveband. Was ich dann auch tat. Der Plan war eigentlich ein Abschiedsbier mit Marcel, einer meiner Lieblinge der dort auch Arbeitet, zu trinken und dann nach Hause zu gehen. Der Abend sollte jedoch anders verlaufen.  Es trudelten eigentlich alle die ich so gerne habe ein und der gemütliche Abend artete zu einem feuchtfröhlichen Tequilaabend aus. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so viel Spaß hatte, es war der perfekte Abend mit vielen lieben Menschen. Wir feierten bis spät in die Nacht.

Am nächsten Morgen hatte ich mit Edwin ausgemacht, etwas richtig cooles zu unternehmen und er versprach mir sich was zu überlegen. Ziemlich blau und müde, beeilte ich mich am Morgen zu unserem Treffpunkt zu kommen. Edwin hatte am Vorabend auch eine Party und deshalb auch etwas verschlafen :-D. Nichts destotrotz hat er das Beste mit mir gemacht, was ich mir nur vorstellen konnte. Wir fuhren zum Nachbarresort, in dem eine Herde Elefanten lebt und machten einen sogenannten „Game Walk“. Das ist eine Safari zu Fuß durch den Busch 😊.

Gleich zu Beginn sahen wir die Elefanten und näherten uns ihnen bis auf ca 20m. Wir standen dort einige Zeit und beobachteten sie, sprachen über Südafrika, Beziehungen und Gott und die Welt. Auf einmal kam der Babyelefant auf uns zu, er war wohl neugierig. Ihm folgte seine Mama, sie stellten sich 1m vor uns und rochen, ob wir eventuell etwas zu Essen für sie hatten. Daraufhin kam dann noch ein weiteres Elefantenweibchen und packte ganz kurz, aber sehr sanft, mein Bein mit ihrem Rüssel. Sie standen einige Minuten bei uns und gingen dann wieder, so interessant waren wir dann doch wieder nicht 😊. Edwin und ich streiften noch einige Zeit durch den Busch, er kann super Spuren lesen und erzählte mir vieles über die Tiere, den Busch und die Lebensweise eines gewissen Vogels, den er so beeindruckend findet. Ich habe leider den Namen des Vogels vergessen, jedoch sind diese Vögel für immer zusammen und suchen sich nur einen neuen Partner wenn einer von ihnen stirbt. Edwin sagte, wir Menschen können viel von diesen Vögeln lernen und er hat mehr als Recht. Wie ich schon so oft erzählt habe, ist die Einstellung zu Beziehungen sehr unterschiedlich zu Österreich. Alleine schon deshalb muss ich dort hin, es kann für mich ja fast nur mehr ein südafrikanischer Mann in Frage kommen 😉

  

Nach diesem außergewöhnlichen Morgen, folgte ein sehr emotionaler und trauriger Abschied von all meinen Freunden. Die alle dort arbeiten bzw dort wohnen. Ich traf mich also von 10.00 Uhr bis 15.30 Uhr einzeln mit allen nochmal und wir haben Zukunftspläne geschmiedet und uns gedrückt.  Ich bin nicht gut darin mich zu verabschieden, da ich sehr nah am Wasser gebaut bin und ich den ganzen Tag quasi vor mich dahin geweint habe. Am Nachmittag war es dann soweit, ich musste zum Flughafen aufbrechen, ob ich nun wollte oder nicht. Ich habe 1000 Mal mit dem Gedanken gespielt den Flug wieder umzubuchen und noch zu bleiben, doch der Abschied wird dadurch ja leider nicht leichter. Die Strecke bis zum Flughafen dauert ungefähr 2,5h und in dieser Zeit habe ich nur geweint. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, als ich das Ausfahrtstor passierte, brach es mir das Herz. Es fühlt sich nach wie vor furchtbar an zurück nach Österreich zu müssen.

Mittlerweile sitze ich wieder im Flugzeug von London nach München und versuche mich zusammenzureißen, dass mir nicht ständig die Tränen kommen. Da muss ich jetzt wohl durch, die Zeit wird hoffentlich sehr schnell vergehen und Mitte März ist mein Flug schon so gut wie gebucht. Dieses Mal werde ich allerdings länger bleiben, wenn alles so klappt wie geplant, dann werden es 3 Monate sein. Der Abschied wird nächstes Jahr dann wohl nicht mehr ganz so schlimm sein, da ich nicht alleine zurückfliegen werde und der Abstand zwischen den Camps wird auch immer kürzer. Mal sehen, wie sich alles entwickeln wird. Ich lasse mich überraschen.

Ich wünsche euch noch eine schöne Woche und bis bald….