early bird

Heute Morgen hat mein Wecker um kurz vor 3.00 Uhr geklingelt, ich ging ins Haupthaus um einen reich gefüllten Frühstückskorb zu packen und um 4.30 Uhr war Start zu einer „early bird“ Safari. Ab 4.00 Uhr trudelten langsam die Campteilnehmer bei mir in der Küche ein, wir haben einen schnellen Kaffee getrunken und sind dann sofort  in unser Abenteuer gestartet.

Wie immer wollte jemand an der rechten Seite meines Wagens einsteigen, die Macht der Gewohnheit lässt sich nicht so leicht abschütteln, in Südafrika herrscht nämlich Linksverkehr. Nach ein paar Minuten Fahrt begegneten wir gleich einer riesen Herde Gnus die augenscheinlich Frühaufsteher sind. Im Laufe der ca 3 Stündigen Tour konnten wir wie schon erwähnt große Herden Gnus beobachten die untereinander Fangen spielten, Herden von Impalas, Nialas und weitere Antilopenarten, Warzenschweine und Zebras. Eine Teilnehmerin hat sich seit Tagen gewünscht Giraffen zu sehen, sie war bei unseren Morgenläufen noch nie dabei, bei denen wir bereits sehr viele gesichtet haben und man merkte ihr die Enttäuschung darüber noch keine gesehen zu haben bereits an. Doch dann standen auf einmal 5-6 Giraffen vor uns und nahmen gemütlich ihr Frühstück ein. Wir stellen den Motor ab und beobachteten diese wundervollen Tiere einige Zeit. Auch wir bekamen nun Hunger und frühstückten im Busch.

Das Schöne an Afrika ist für mich vor allem die Ruhe und Gelassenheit die hier alle Menschen ausstrahlen. Man wird hier kaum jemanden sehen, der sich schnellen Schrittes fortbewegt, geschweige dem gestresst wirkt, ganz im Gegenteil. Je länger man hier ist umso mehr schätzt man diese anfangs sehr gewöhnungsbedürftige Art. Wie ich bereits in meinem ersten Blog geschrieben habe, ich liebe dieses Land, seine beeindruckende Fauna und Flora, die Menschen und vor allem die Tiere <3. Ich würde auf der Stelle hier bleiben, einzig meinen Hund und meine Katze müsste ich vorher noch holen. Vor zwei Tagen spielte ich seit Jahren wieder Golf und war überrascht, wie „gut“ ich noch den Ball treffe. Ich muss allerdings gestehen, dass ich einen äußerst guten & charmanten Lehrer hatte. Im Fitnessstudio sprach mich Golfpro Ruan an und bot mir an mit ihm ein paar Bälle zu schlagen, was ich natürlich gerne annahm. Südafrikanische Männer sind totale Gentleman und man wird wie eine Prinzessin behandelt, da könnten sich die Europäer etwas abschauen. Ein weiterer Pluspunkt an Südafrika ist für mich die offen Art der Menschen, vergleichbar mit Kanada. Man ist nicht lange alleine, wird sofort angesprochen und sehr herzlich aufgenommen. Daraus entstanden in den letzten Jahren sehr viele Freundschaften die nach wie vor aufrecht sind. Ich denke mit Ruan wird das genauso werden und ich freue mich auf die nächsten Tage, mit ihm noch die ein oder andere Runde zu Golfen und zu Reden. Die Zeit vergeht leider wie im Flug und somit stellt sich jetzt schon manchmal das wehmütige Gefühl des Abschieds ein.

     

Das Camp an sich läuft sehr gut, die Teilnehmer haben Ganzkörpermuskelkater und sind soweit sehr ambitioniert und das Training macht richtig Spaß. Es ist immer wieder erstaunlich wie sehr ein Trainingscamp Menschen verbindet. Es fühlt sich nicht an als wäre man mit fremden Menschen hier, sondern als wäre es langjährige Bekannte.

Silvia, eine der Teilnehmerinnen, hat vor zwei Tagen schon gesagt, sie möchte einen der anderen Teilnehmer nicht mehr in ihrem Leben missen. Ich finde das unglaublich schön und in einer Welt, die im Alltag manchmal sehr kalt und herzlos sein kann. Dinge wie diese zeigen mir dann wieder, es gibt sie noch, die Menschen die einander mögen und schätzen so wie man ist, unfrisiert, ungeschminkt und mit Fehlern. Natürlich ist nicht immer alles Eitel und Wonne, auch nicht hier im Camp, wir sind viele verschiedene Charaktere die sich „Zusammenraufen“ müssen, das wir meiner Meinung nach sehr gut machen. Und so viel Harmonie wie in den letzten Tagen, ist ein riesen großes Geschenk für mich und zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.  Ich könnte mir keine Arbeit vorstellen, die mich mehr erfüllt als das was ich hier mache. Ein riesen großes Dankeschön hiermit auch noch an Alex & Phillip die eine riesige Unterstützung sind, ich bin mehr als glücklich euch hier bei mir zu haben.

In wenigen Minuten sollte ein weiterer Teil meiner Familie die in Südafrika lebt bei uns eintreffen, auf die ich mich schon sehr freue 😊. Ihr hört sehr bald wieder von mir. Alles Liebe ……..